Außervertragliche Leistungen

 
Außervertragliche Leistungen sind Maßnahmen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht erstattet und die Sie freiwillig zur Kassenbehandlung dazuwählen können. Diese Leistungen optimieren die Behandlung und werden privat vereinbart. Die moderne Kieferorthopädie bietet eine Menge außervertraglicher Maßnahmen, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen werden. Die meisten unserer Kassenpatienten wählen diese Maßnahmen, da sie die Behandlung angenehmer, sicherer, ästhetischer und schneller machen. Gern bieten wir Ihnen eine zinslose Ratenzahlung an, bei der sie monatliche Raten verteilt über die Behandlungszeit bezahlen. Nicht für jeden Patienten kommen alle Maßnahmen in Betracht. Wir stellen Ihnen ein individuelles "Paket" zusammen.
 
 


Kasse: Der Gesichtsbogen (Headgear) bewegt obere Backenzähne nach hinten oder hemmt das Oberkieferwachstum. Er muss nicht draußen auf der Straße getragen werden, wirkt aber nur bei einer Tragezeit von 14 Stunden am Tag, also nachmittags und nachts. Meistens muss er 1 Jahr oder länger getragen werden.   Privat: Das sog. Pendulum ist eine sehr wirksame Alternative zum Gesichtsbogen. Es ist oben am Gaumen befestigt und von außen nicht sichtbar. Durch Druckfedern werden die Backenzähne nach hinten gedrückt. Auf dem unteren Bild sieht man eine aktivierte Druckfeder vor dem Einsetzen. Da diese Apparatur rund um die Uhr wirkt, bewegen sich die Zähne schneller und effektiver. Nach einem halben Jahr hat man das Ziel meist erreicht.
     
 
Kasse: Festsitzende Apparatur mit "normalen" Metallbrackets. Hier werden die Drähte mit Gummis oder kleinen Drahtligaturen befestigt, d.h. einligiert.   Privat: Festsitzende Apparatur mit Keramikbrackets, die sich im Gegensatz zu Kunststoffbrackets nicht verfärben.
     
   
    Privat: Selbstligierende Brackets aus Metall oder Keramik. Bei den selbstligierenden Brackets werden die Drähte durch einen Clipmechanismus am Bracket befestigt. Das lästige Festbinden (=Einligieren) der Drähte mit Gummis oder kleinen Drahtligaturen entfällt damit. Außerdem lässt der Clip den Draht besser am Bracket gleiten bzw. gibt ihn bei sehr hoher Krafteinwirkung sogar frei - eine Schutzwirkung für die Zähne.
   
    Clipmechanismus der selbstligierenden Brackets
     
 
Kasse: Schlechte Zahnpflege während der festen Klammerphase. Nach Entfernung der Klammer sieht man deutlich die weißlichen Entkalkungen um die Brackets herum. Sie sind eine Vorstufe von Karies und nicht reversibel. Unter den Brackets sind die Zähne geschützt.   Privat: Keine Entkalkungen - Zum Schutz der Zähne empfehlen wir direkt vor Einsetzen der festsitzenden Apparatur in unserer Praxis eine Versiegelung der Zahnflächen, auf die die Brackets geklebt werden (Glattflächenschutz). Gerade um die Brackets herum ist die Zahnpflege besonders schwierig und die Gefahr von Entkalkungen groß. Trotzdem ersetzt dieser Schutzlack nicht die häusliche Zahnpflege. Mit Entfernung der Klammer wird auch der Glattflächenschutz entfernt. Zur Information: Eine Versiegelung auf den Kauflächen der großen Backenzähne wird von der Kasse bezahlt. Fragen sie dazu Ihren Zahnarzt.
     

Kasse: Stahldrähte
Die Eigenschaft von Stahldrähten ist bildlich schwierig darzustellen. Stahldrähte sind starrer, d.h. weniger elastisch, und daher bei stärkeren Biegungen eher starr verbogen. Bei starken Fehlstellungen, d.h besonders in der Anfangsphase, sind sie also nicht so wirksam wie superelastische Drähte. In anderen Phasen der Behandlung sind Stahldrähte wiederum sehr sinnvoll, wenn Zähne z.B. ohne Kippung entlang des Drahtes bewegt werden sollen Damit man einen stabilen Stahldraht jedoch einsetzen kann, müssen die Zähne erst auf ein Niveau gebracht werden.

 
 

Privat: Superelastische Bögen passen sich auch starken Fehlstellungen an und behalten dabei ihre Elastizität. Dadurch wirkt ständig ein regelmäßiger, leichter Druck oder Zug auf die Zähne, die sanft in den Zahnbogen eingeordnet werden.

Die unteren Bilder (immer derselbe Draht) zeigen, dass man superelastische Bögen stark verbiegen kann und sie immer wieder in ihre ursprüngliche Bogenform zurückspringen. Auf diesem Weg in die ursprüngliche Bogenform bewegen die Drähte die Zähne in einen idealen Zahnbogen.

   
     
 
Kasse: Der Palatinalbogen liegt unter dem Gaumen und stabilisiert die ersten großen Backenzähne, damit sie nicht nach vorn oder innen wandern.  

Privat: Der Nance-Palatinalbogen wirkt noch effektiver, wenn es darum geht die Backenzähne hinten zu halten, da eine Kunststoffplatte vorn am Gaumen für zusätzlichen Halt sorgt.

Als Aufbissnance ist er bei tiefen Bissen manchmal sogar unverzichtbar. Beim Aufbissnance ist die Kunststoffplatte bis hinter die Frontzähne nach vorn gezogen und verhindert beim Zusammenbeißen, dass die oberen Frontzähne auf die Brackets des Unterkiefers beißen.

     

 

 

 

Kasse:Einfarbige herausnehmbare Geräte   Privat: Mehrfarbige Geräte mit Stickern, z.B. als Spinne oder Initialien.
     

 

 


Kasse: Stabilisierung mit herausnehmbaren Geräten. Sie müssen im ersten Jahr nach der aktiven Behandlung nachmittags und nachts getragen werden. Danach empfehlen wir mindestens zwei weitere Jahre eine Tragezeit in der Nacht. Diese Geräte stören leider beim Sprechen und man darf das Tragen nicht vergessen.   Privat: Am Ende der aktiven Phase müssen Zähne lange stabilisiert werden. Engstände, Drehungen oder auch Lücken bilden sich gerade bei den Frontzähnen gern immer wieder. Ein festsitzender Haltedraht (Retainer) kann von außen unsichtbar (siehe oberes Bild) hinter die Frontzähne geklebt werden und verhindert einen Rückfall in die alte Zahnstellung. Er kann mehrere Jahre oder sogar lebenslang belassen werden und stört nicht beim Sprechen oder Essen. Die seitlichen Zähne sollten sich durch eine gute Verzahnung selbst stabilisieren, so dass zusätzlich keine Geräte getragen werden müssen.
     

 

 

 

Kasse: Evtl. Keine Frühbehandlung

 


Kasse: Bei ca. 7-9 jährigen Kindern bezahlt die Krankenkasse eine Frühbehandlung erst bei Fehlstellungen von extremem Ausmaß. In vielen Fällen wäre eine frühe Korrektur bzw. positive Beeinflussung der weiteren Entwicklung jedoch auch bei geringeren Fehlstellungen schon sinnvoll.   Privat: Mit einem sog. Positiontrainer kann man bei 7-9 Jährigen viele Fehlstellungen mindern bzw. die Zahn- und Kieferentwicklung positiv beeinflussen. Dieses flexible Gerät wird eingesetzt u.a. bei schmalen Kiefern, bei nach vorn gekippten Frontzähnen und bei Rücklage des Unterkiefers. Der Positiontrainer ist ein vorgefertigtes Gerät und dadurch relativ preiswert. Unteres Bild: 1 + 2 Einbissrillen für die Frontzähne mit verstärkter Leiste, 3 Stimulationslasche für die Zunge, 5 Noppenmuster, damit Kinnmuskel nicht zu stark drückt, 6 + 4 wie in "Schienen" werden Zahnbögen ausgeformt.
     
Kasse: Die Kasse erstattet nur noch eine begrenzte Anzahl von Gipsmodellen und Röntgenbildern zur Analyse und Planung der Behandlung.   Privat: Manchmal ist es sinnvoll zusätzlich zur Kassenleistung ein Gipsmodell und Röntgenbild zu erstellen, um gerade während der festsitzenden Klammerphase die Verzahnung oder Kippung von Zahnwurzeln besser zu beurteilen. Häufig sieht man erst im Röntgenbild, wenn Brackets schief geklebt sind. Diese können dann korrigiert werden, damit die Zähne besser eingestellt werden.
     
Reine Privatleistung ohne Alternative auf Kassenseite: Air Rotor Stripping bei Engständen
 
1. Diese Maßnahme wird häufig bei Erwachsenen durchgeführt, die mit einem Engstand der Frontzähne zu uns kommen. Wenn keine Lücken im Zahnbogen sind, ist eine Ausformung der Frontzähne schwierig. Mit diamantierten Scheiben kann man die Zähne seitlich minimal beschleifen (ca. 0,1mm pro Seite) und dadurch Platz zur Einordnung aller Zähne schaffen.   2. Mit Polierstreifen unterschiedlicher Glätte werden die Zähne anschließend poliert. Das Beschleifen der Zähne ist so gering, dass man in der harten, äußeren Zahnsubstanz, dem Schmelz, bleibt. So besteht nach dem Strippen keine erhöhte Kariesgefahr.