Private Leistungen

Private Zusatzleistungen oder außervertragliche Leistungen (AVL) sind Maßnahmen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht erstattet oder die mit Mehrkosten verbunden sind. Sie können diese Leistungen freiwillig zur Kassenbehandlung dazuwählen, um die Behandlung zu optimieren.

Die moderne Kieferorthopädie bietet eine Menge privater Zusatzleistungen, von denen wir Ihnen hier einen Teil vorstellen möchten. Die meisten unserer Kassenpatienten wählen diese Leistungen, da sie die Behandlung angenehmer, sicherer, ästhetischer und schneller machen. Gern bieten wir Ihnen eine zinslose Ratenzahlung an, bei der sie monatliche Raten verteilt über die Behandlungszeit bezahlen können. Für jede einzelne Leistung erhalten Sie eine Rechnung, die Sie gegebenenfalls bei Ihrer privaten Zusatzversicherung einreichen können. Nicht für jeden Patienten kommen alle Maßnahmen in Betracht. Wir stellen Ihnen ein individuelles "Paket" zusammen, aus dem Sie wählen können.

 
 

Kasse: Der Gesichtsbogen (Headgear) bewegt obere Backenzähne nach hinten oder hemmt das Oberkieferwachstum. Er ist aber von außen deutlich sichtbar und wirkt nur bei einer ausreichenden Tragezeit von 16 Stunden am Tag, also nachmittags und nachts. Meistens muss er ein Jahr oder länger getragen werden, um das gewünschte Ziel zu erreichen.   Privat: Das sog. Pendulum ist eine sehr wirksame Alternative zum Gesichtsbogen. Es ist oben am Gaumen befestigt und von außen nicht sichtbar. Durch elastische Druckfedern werden die Backenzähne nach hinten bewegt. Da diese Apparatur rund um die Uhr wirkt, bewegen sich die Zähne wesentlich schneller und effektiver als beim Gesichtsbogen. Nach 4-6 Monaten hat man das Ziel meist schon erreicht.
     
 
Kasse: Festsitzende Apparatur mit "normalen" Metallbrackets. Hier werden die Drähte mit Gummis oder kleinen Drahtligaturen befestigt, d.h. einligiert.   Privat: Festsitzende Apparatur mit zahn-farbenen Keramikbrackets. Keramikbrackets sind nicht mit den günstigeren Kunststoffbrackets zu verwechseln. Kunststoffbrackets verfärben sich mit der Zeit schmuddelig gelb, weswegen wir sie in unserer Praxis gar nicht anbieten.
     
   
    Privat: Selbstligierende Brackets aus Metall oder Keramik, in unserer Praxis Damon-Brackets. Bei den selbstligierenden Brackets werden die Drähte durch einen Clipmechanismus am Bracket befestigt. Das lästige Festbinden (=Einligieren) der Drähte mit Gummis oder kleinen Drahtligaturen entfällt, wodurch ein Draht- oder Bogenwechsel schneller durchzuführen ist. Diese Brackets sind besonders glatt, dadurch gut zu reinigen und sanft zu Wange und Lippen. Außerdem lässt der Clip den Draht besser am Bracket gleiten.
   
    Clip offen Clip geschlossen
     
 
Kasse: Bei schlechter Zahnpflege kann es um die Brackets herum zu Entkalkungen kommen. Nach Entfernung der Klammer sieht man die weißen und hier zum Teil schon bräunlichen Entkalkungen besonders. Sie sind eine Vorstufe von Karies und nicht reversibel. Dieser Patient hat seine Kontrolltermine nicht eingehalten, so dass wir nicht eher reagieren konnten.
Unter den Brackets sind die Zähne geschützt, da die Brackets mit einem Material aufgeklebt werden, aus dem auch Kunststofffüllungen gemacht werden. Dieser Kunststoff-Kleber geht eine direkte Verbindung mit dem Zahn ein und lässt sich am Ende der Behandlung rückstandslos weg polieren. Schäden an den Zähnen entstehen also nicht durch die feste Klammer selbst, sondern immer durch eine schlechte Mundhygiene.
  Privat: Zum Schutz der Zähne vor Entkalkungen empfehlen wir direkt vor Einsetzen der festsitzenden Apparatur in unserer Praxis eine Versiegelung der Zahnflächen (Glattflächen-schutz). Gerade um die Brackets herum ist die Zahnpflege besonders schwierig und die Gefahr von Entkalkungen groß. Der Schutzlack mindert diese Gefahr. Trotzdem kann er die häusliche Zahnpflege nicht ersetzen. Mit Entfernung der Klammer wird auch der Glattflächenschutz entfernt.
Zur Information: Eine Versiegelung auf den Kauflächen der großen Backenzähne wird von den Krankenkassen bezahlt. Der Schutzlack auf den glatten Zahnflächen ist aber eine Privatleistung.
     

Kasse: Stahldrähte
Die Eigenschaft von Stahldrähten ist bildlich schwierig darzustellen. Stahldrähte sind starr, d.h. wenig elastisch, und daher bei stärkeren Biegungen schnell dauerhaft verbogen. Bei starken Fehlstellungen, d.h besonders in der Anfangsphase, sind sie also nicht so wirksam wie superelastische Drähte, die auch bei starkem Verbiegen ihre ursprüngliche Bogenform behalten. In anderen Phasen der Behandlung sind Stahldrähte wiederum sehr sinnvoll, wenn Zähne z.B. ohne Kippung entlang des Drahtes - wie auf einer Schiene - bewegt werden sollen Damit man einen stabilen Stahldraht jedoch einsetzen kann, müssen die Zähne erst auf ein Niveau gebracht werden.

 
2 Monate später:
 

Privat: Superelastische Bögen passen sich auch starken Fehlstellungen an und behalten dabei ihre Elastizität. Dadurch wirkt ständig ein regelmäßiger, leichter Druck oder Zug auf die Zähne, die damit sanft und schnell in den Zahnbogen eingeordnet werden können.

     
 
Kasse: Der Palatinalbogen liegt unter dem Gaumen und stabilisiert die ersten großen Backenzähne, damit sie nicht nach vorn oder innen wandern.  

Privat: Der Nance-Palatinalbogen wirkt noch effektiver, wenn es darum geht die Backenzähne hinten zu halten, da eine Kunststoffplatte vorn am Gaumen für zusätzliche Abstützung sorgt.

Als Aufbissnance (siehe unten, gesprochen "Aufbissnäns") ist dieser Bogen bei weitem Übereinanderbeißen der Frontzähne manchmal sogar unverzichtbar. Beim Aufbissnance ist die Kunststoffplatte bis hinter die Frontzähne nach vorn gezogen und verhindert beim Zusammenbeißen, dass die oberen Zähne auf die Brackets im Unterkiefer beißen. Nur durch das Einsetzen des Aufbissnance können in solchen Fällen sofort im Ober- und Unterkiefer Brackets geklebt werden, was die Behandlung sehr beschleunigt. Zudem werden durch das Aufbeißen auf die Platte die Zähne so bewegt, dass nach einiger Zeit das weiter Übereinanderbeißen aufgehoben ist. Es kommt zu einer echten Bisshebung, einer extrem wichtigen Wirkung des Aufbissnance, der dann verkleinert oder sogar entfernt werden kann.

   
     

 

 



Kasse: Stabilisierung mit herausnehmbaren Geräten. Sie müssen im ersten Jahr nach der aktiven Behandlung nachmittags und nachts getragen werden. Leider wird diese Tragezeit nicht immer eingehalten, da die Geräte beim Sprechen stören oder einfach vergessen werden. Häufig kommt es dann wieder zu Engständen bei den Schneidezähnen. Nach Abschluss der Behandlung empfehlen wir noch mindestens zwei weitere Jahre die Zähne zu stabilisieren - am besten jedoch ein Leben lang.   Privat: Ein festsitzender Haltedraht (Retainer) kann von außen unsichtbar (siehe oberes Bild) hinter die Frontzähne geklebt werden und verhindert so, dass sich die Zähne wieder verschieben. Am Ende der aktiven Phase müssen Zähne lange stabilisiert werden. Engstände, Drehungen oder auch Lücken treten gerade bei den Frontzähnen schnell wieder auf. Ein Retainer kann mehrere Jahre oder am besten ein Leben lang belassen werden. Er stört nicht beim Sprechen oder Essen und, da er festgeklebt ist, vergisst man ihn nicht. Die seitlichen Zähne sollten sich durch eine gute Verzahnung selbst stabilisieren, so dass im Regelfall am Ende der Behandlung keine zusätzlichen Geräte getragen werden müssen. Auf den Bildern sehen Sie zwei verschiedene Arten von Retainern. Wir entscheiden, welcher in Ihrem Fall der bessere ist.
     

 

 

 

Kasse: Bei zu geringem Schweregrad keine Kostenübernahme für eine Frühbehandlung

 


Kasse: Bei ca. 7-9 jährigen Kindern bezahlt die Krankenkasse eine Frühbehandlung erst bei Fehlstellungen von stärkerem Ausmaß. In vielen Fällen wäre eine frühe Korrektur bzw. positive Beeinflussung der weiteren Entwicklung aber auch bei leichteren Fehlstellungen schon sinnvoll.   Privat: Mit einem sog. Positiontrainer kann man bei 7-9 Jährigen viele Fehlstellungen mindern bzw. die Zahn- und Kieferentwicklung positiv beeinflussen. Dieses flexible Gerät wird eingesetzt u.a. bei schmalen Kiefern, bei nach vorn gekippten Frontzähnen und bei Rücklage des Unterkiefers. Der Positiontrainer ist ein vorgefertigtes Gerät und dadurch relativ preiswert.
Unteres Bild: 1 + 2 Einbissrillen für die Frontzähne mit verstärkter Leiste, 3 Stimulationslasche für die Zunge, 5 Noppenmuster, damit Kinnmuskel nicht zu stark drückt, 6 + 4 wie in "Schienen" werden Zahnbögen ausgeformt.
     
Kasse: Die Kasse erstattet nur noch eine begrenzte Anzahl von Gipsmodellen und Röntgenbildern zur Analyse und Planung der Behandlung.   Privat: Manchmal ist es sinnvoll zusätzlich zur Kassenleistung ein Gipsmodell und Röntgenbild zu erstellen, um gerade während der festsitzenden Behandlungsphase die Verzahnung oder Kippung von Zahnwurzeln besser zu beurteilen. Häufig sieht man erst im Röntgenbild, wenn Brackets schief geklebt sind und dadurch die Zahnwurzeln nicht gut im Knochen stehen. Diese können dann korrigiert werden, damit die Zähne achsengerecht eingestellt werden.
     
Reine Privatleistung ohne Alternative auf Kassenseite: Air Rotor Stripping zur Platzbeschaffung bei Engständen
 
1. Diese Maßnahme, auch nur "Strippen" oder approximale Schmelzreduktion genannt, wird häufig bei Erwachsenen durchgeführt, die mit einem Engstand der Zähne zu uns kommen. Wenn keine Lücken im Zahnbogen sind, ist eine Ausformung des Zahnbogens schwierig. Mit diamantierten Scheiben kann man die Zähne seitlich minimal beschleifen (ca. 0,1mm pro Seite) und dadurch Platz zur Einordnung aller Zähne schaffen. Diese Maßnahme ist nicht schmerzhaft und kann ohne Betäubung durchgeführt werden.   2. Mit Polierstreifen unterschiedlicher Glätte werden die Zähne anschließend poliert. Das Beschleifen der Zähne ist so gering, dass man in der harten, äußeren Zahnsubstanz, dem Schmelz, bleibt. So besteht nach dem Strippen keine erhöhte Kariesgefahr. Es enstehen nur minimale Lücken, die aber für eine Einstellung aller Zähne in die Reihe eine große Wirkung haben.
     
Selbe Patientin wie oben: Vorher   Nachher - mit Retainer